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National Security Strategie

National Security Strategy, November 2025
zu Deutschland und Europa


C. Europäische Größe fördern


Amerikanische Beamte sind gewohnt, über europäische Probleme nachzudenken in
Begriffen von unzureichenden Militärausgaben und wirtschaftlichem Stillstand. Da ist
Wahres dran, aber Europas wirkliche Probleme sind sogar tiefer.
Kontinental-Europa hat seinen Anteil am globalen BIP stetig verloren – von 25% in 1990
auf 14% heute – zum Teil aufgrund von nationalen und transnationalen Regulierungen,
welche Kreativität und Fleiß untergraben.
Aber dieser wirtschaftliche Abstieg wird überlagert durch die reale und krassere Aussicht
auf Auslöschung der Zivilisation. Die größeren Streitpunkte, denen Europa gegenüber
steht, betreffen Aktivitäten der Europäischen Union und anderer transnationaler Körper,
welche politische Freiheit und Souveränität untergraben, eine den Kontinent
transformierende und Streit erzeugende Migrationspolitik, Zensur der freien Rede und
Unterdrückung der politischen Opposition, eine abstürzende Geburtenrate und der Verlust
von nationalen Identitäten und Selbstvertrauen.
Sollten sich die gegenwärtigen Tendenzen fortsetzen, wird der Kontinent in 20 Jahren
oder weniger nicht wiederzuerkennen sein. Solchermaßen ist es kaum noch offensichtlich,
ob gewisse europäische Länder genug wirtschaftliche und militärische Stärke haben
werden, um verlässliche Verbündete zu bleiben. Viele dieser Nationen schlagen diesen
Weg zur Zeit in noch größerem Maße ein. Wir wollen, dass Europa europäisch bleibt, sein
zivilisatorisches Selbstvertrauen zurückgewinnt, und sein falsches Augenmerk auf
regulatorisches Ersticken verlässt.
Dieser Mangel an Selbstvertrauen ist am sichtbarsten in Europas Beziehung zu Russland.
Europäische Verbündete genießen eine bedeutende Übermacht über Russland in fast
jeder Hinsicht, ausgenommen Nuklearwaffen*. Als Ergebnis des Krieges Russlands in der
Ukraine sind die europäischen Beziehungen mit Russland nun tief abgeschwächt, und
viele Europäer sehen Russland als existenzielle Bedrohung. Europäische Beziehungen mit
Russland zu handhaben wird ein bedeutendes US- diplomatisches Engagement
erfordern, sowohl um Bedingungen von strategischer Stabilität über der eurasischen
Landmasse wiederherzustellen, als auch das Konfliktrisiko zwischen Russland und
europäischen Staaten abzumildern.
*(European allies enjoy a significant advantage over Russia by almost every measure, save nuclear
weapons.)
Es ist ein Kerninteresse der Vereinigten Staaten, eine schnelle Einstellung der Feindseligkeiten in
der Ukraine zu verhandeln, um europäische Wirtschaften zu stabilisieren, unbeabsichtigte
Eskalation und Ausbreitung des Krieges zu verhindern und strategische Stabilität mit Russland
wiederherzustellen, als auch den Wiederaufbau der Ukraine zu ermöglichen, um ihr ein Überleben
als lebensfähiger Staat zu ermöglichen.
Der Ukraine-Krieg hat die abartige Wirkung, dass Europas, besonders Deutschlands, äußere
Abhängigkeiten wachsen. Heute bauen deutsche Chemieunternehmen einige der weltgrößten

Firmen in China, russisches Gas nutzend, das sie zu Hause nicht bekommen können. Die Trump-
Regierung ist uneinig mit europäischen Beamten, die unrealistische Erwartungen für den Krieg

aufrecht erhalten, gestützt auf unstabile Minderheitenregierungen, von denen viele auf
Grundsätzen der Demokratie herumtrampeln, um Opposition zu unterdrücken. Eine große
europäische Mehrheit will Frieden, doch wird dieser Wunsch nicht in Politik übersetzt, größtenteils
aufgrund der Unterwanderung von demokratischen Prozessen durch diese Regierungen. Dies ist
strategisch wichtig für die Vereinigten Staaten, genau weil europäische Staaten sich nicht selbst
reformieren, wenn sie in politischer Krise gefangen sind.

Noch bleibt Europa strategisch und kulturell für die Vereinigten Staaten lebendig. Transatlantischer
Handel bleibt einer der Pfeiler von globaler Wirtschaft und amerikanischem Wohlstand.
Europäische Sektoren von Technologie-Unternehmen bis Energie bleiben unter den Robustesten
der Welt. Europa ist die Heimat von innovativer wissenschaftlicher Forschung und weltweit
führenden kulturellen Institutionen. Nicht nur können wir uns leisten, Europa abzuschreiben – das
zu tun wäre selbst besiegend für das Erreichen dieser strategischen Ziele.
Amerikanische Diplomatie sollte sich weiterhin einsetzen für echte Demokratie, Meinungsfreiheit
und nichtentschuldigendes Feiern des individuellen Charakters und der Geschichte der
europäischen Nationen. Amerika ermutigt seine politischen Verbündeten in Europa, die
Wiederbelebung des Geistes zu fördern, und der wachsende Einfluss patriotischer europäischer
Parteien gibt in der Tat Grund für großen Optimismus.
Unser Ziel sollte sein, Europa zu helfen seine gegenwärtige Bahn zu korrigieren. Wir werden ein
starkes Europa brauchen, um uns zu helfen, im Wettbewerb erfolgreich zu sein, und in der
Zusammenarbeit mit uns jeglichen Gegner an der Beherrschung Europas zu hindern.
Verständlicherweise ist Amerika gefühlsmäßig dem europäischen Kontinent verbunden – und
natürlich Britannien und Irland. Der Charakter dieser Länder ist auch strategisch wichtig, weil wir
auf kreative, fähige, vertrauende, demokratische Verbündete zählen, um Bedingungen von
Stabilität und Sicherheit herzustellen. Wir wollen mit verbündeten Ländern arbeiten, die ihre
frühere Größe wiederherstellen wollen.

Langfristig ist es mehr als plausibel, dass spätestens in wenigen Jahrzehnten bestimmte NATO-
Mitglieder mehrheitlich nicht europäisch sein werden. Also ist es eine offene Frage, ob sie ihren

Platz in der Welt, oder ihr Bündnis mit den Vereinigten Staaten, in der selben Weise sehen werden
wie jene, die die NATO-Karte unterzeichneten.
Unsere Politik für Europa sollte vorrangig sein:

  • innerhalb Europas Bedingungen von Stabilität und strategische Stabilität mit Russland
    wiederherzustellen
  • Europa zu befähigen, auf eigenen Füßen zu stehen und als Gruppe verbündeter souveräner
    Nationen zu operieren, einschließlich die Hauptverantwortung für die eigene Verteidigung zu
    übernehmen, ohne von einer gegnerischen Macht beherrscht zu werden
  • Widerstand gegen den derzeitigen europäischen Weg innerhalb der europäischen Nationen zu
    pflegen
  • Öffnung europäischer Märkte für US Waren und Dienstleistungen, und eine faire Behandlung von
    US Arbeitern und Geschäften sicherzustellen
  • Aufbau gesunder Nationen in Mittel-, Ost- und Südeuropa durch Handelsverbindungen,
    Waffenverkäufe, politische Zusammenarbeit, und kulturellen und Bildungs-Austausch
  • Beenden der Wahrnehmung und Verhindern der Realität, die NATO sei ein sich dauernd
    ausbreitendes Bündnis; und
  • Ermutigung Europas, Handelsüberschüsse, technologischen Diebstahl, Cyber-Spionage und
    andere feindselige Praktiken zu bekämpfen
    Michael Machnik 12/25

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